Autorarchive: Johann Jenewein

Neu auf der Homepage: Unsere MitarbeiterInnen stellen Bücher vor

Unsere BüchereimitarbeiterInnen sind selbst begeisterte Leseratten. Deshalb bieten wir auf der überarbeiteten Homepage einen neuen Service für unsere Leserinnen und Leser an. Das Team wird regelmäßig die aktuell gelesenen Bücher, verbunden mit einem Kommentar zum Buch, vorstellen. Selbstverständlich sind es Bücher aus unserer Bücherei, die zur Ausleihe bereit stehen.
Den Anfang macht die Büchereileiterin Andrea Rosenberger mit dem Buch Ich bin Circe von Madeline Miller.

Spannendes Knistern bei der Lesung von Christian Kössler im 10er-Saal

Besichtigung der neugestalteten Büchereiräume

Christian Kössler begeisterte sein Publikum mit seinem engagierten Vortrag.

Wenn zur Sicherheit der Besucher im 10er-Saal Knoblauch verteilt wird, weil sich ein Vampir in die Tiroler Bergwelt verliebt hat und deshalb vor dem Wolfsgehege im Alpenzoo mit dem Wohnungsmakler Ennemoser zusammentrifft. Wenn zwei Morde in einem Tiroler Bergdorf passieren, bei dem eine aus dem Dorfladen gestohlene Palette Apfelmus eine bedeutende Rolle spielt, dann ist der Autor Christian Kössler aus Innsbruck in seinem Element. Das Publikum im voll besetzten Saal honorierte das Dargebotene mit großer Aufmerksamkeit und viel Applaus.

Christian Kössler, Spezialist für schaurige Kurzgeschichten, las am 31. Jänner 2020 aus seinen Büchern Bestialisches Innsbruck, Tiroler Sensenmann-Blues und Sie wird dich holen. Die verschiedenen Charaktere wurden von ihm in humoristischer Weise mit unterschiedlichen Stimmen und Akzenten vorgetragen. Beim „zuagroasten“ Dorfarzt, der den Tod des mit Apfelmus Ermordeten feststellen musste, konnte das Publikum zwischen einem Bayern und Sachsen wählen. Die Entscheidung fiel auf den Sachsen, was übrigens bei neun von zehn Auftritten der Fall sei, informierte der Autor. Die kunstvoll konstruierten Geschichten spielen im Tiroler Lokalkolorit und machen nicht Halt vor der volkstümlichen Schlagermusik. Der Journalist Hörschinger kommt einer Verschwörung auf die Spur, bei der eine Möglichkeit gefunden wurde, den Fans nicht nur nach den Herzen, sondern nach der Seele zu greifen. Im letzten Moment findet der Autor immer eine für das Publikum überraschende Wendung.

Der unterhaltsame Abend endete mit dem Kurzfilm Grenzgänger, für den das Drehbuch aus der Feder von Christian Kössler stammt. Eine attraktive junge Frau, Taxifahrerin in Innsbruck, nimmt in der Nacht eine mysteriöse Gestalt, einen Vampir, in ihr Auto. Bei der Fahrt durch die Stadt entspinnt sich ein knistender Dialog zwischen den beiden Protagonisten. Auch hier: Spannung bis zur letzten Kameraeinstellung – mit einem überraschenden Ende. Der Film, von Felix Gorbach und Moritz Neumayr realisiert, wurde bei Kurzfilmfestivals in Innsbruck und Wörgl mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. 2018 war Grenzgänger beim Filmfest München für den Shocking Shorts Award nominiert, 2019 erfolgte eine Nominierung beim Dogslaughter Filmfestival in den USA. Im selben Jahr war der Film Semi-Finalist beim European Cinematography Award in Amsterdam.

Besichtigung der neugestalteten Bücherei in lockerer Atmosphäre: Büchereileiterin Andrea Rosenberger, Pastoralassistent Gerold Schwind, Bürgermeister Sepp Walch, Vize-Bgm. Hartwig Oberforcher, Pfarrer Josef Scheiring (v.l.).

Bevor sich die Besucher dem genussvollen Vortragsabend hingaben, stellte das Büchereiteam die erweiterten Räume im Widum-Keller vor. Als Dank für die Vergrößerung und Neugestaltung der mit viel Atmosphäre ausgestatteten Räumlichkeiten waren Pfarrer Josef Scheiring und Bürgermeister Sepp Walch mit den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten eingeladen.

 Link: Bild-Impressionen 

Ein Beitrag für die Umwelt

Verzicht auf bisher übliche Plastikklebefolie

Die Bücherei Inzing verzichtet seit vergangenem Herbst auf die bisher übliche Plastikklebefolie. „Im Büchereiteam wurde beschlossen, die Bücher zur Entlastung der Umwelt nicht mehr zu foliieren. Sie werden seither ohne schützende Klarsichtfolie ausgegeben“, erklärt Büchereileiterin Andrea Rosenberger. Mit dieser Maßnahme möchte die Bücherei Inzing einen positiven Beitrag für die Umwelt leisten. Mit dem Versuch werden aber auch besondere Erwartungen in die Leserinnen und Leser gesetzt, denn der gewissenhafte Umgang mit den ausgeliehenen Büchern ist dadurch noch stärker gefordert.

Die bisherigen Erfahrungen mit dieser Umwelt-Maßnahme stimmen das Büchereiteam sehr positiv, weshalb die Bücher auch weiterhin ohne Plastikfolie – zum Wohle der Umwelt – ausgegeben werden.

Wir starten neu durch …

Wiedereröffnung unserer renovierten Bücherei

Bericht: Andrea Rosenberger, Fotos: Irene Jenewein

1953 übernahm Pfarrer Eugen Knabl die Pfarrbücherei. Diese bestand damals nur aus ein paar Büchern, die sein Vorgänger in einem Schrank aufbewahrte. Ihm war es sehr wichtig, dass die „Inzinger“ mit Lesematerial versorgt sind, weshalb der Bestand ab jenem Jahr kontinuierlich wuchs.

Als der Platz in dem kleinen Raum nicht mehr ausreichte, übersiedelte das damalige Team in die jetzigen Räumlichkeiten. Gegen 1987/88 wurde aus der Pfarrbücherei die Öffentliche Bücherei Inzing und die Gemeinde Inzing und die Pfarre gemeinsame Träger der Bücherei. 2009 wurde sie von einigen alten und neuen Teammitgliedern mit großem Engagement umstrukturiert.

Da wir immer mehr Medien zur Verfügung stellen, wurde der Platz immer enger. Deshalb beschloss man, dieses Jahr eine Erweiterung und Sanierung, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Pfarre, der Bücherei vorzunehmen. Am 6. Juli dieses Jahres gingen wir mit Unterstützung vom Bauhof, der Gemeinde, der Firma Hobel und H&G Montagen die Umbauarbeiten an. Es wurde eine Wand durchgebrochen, verputzt, gemalt, ein neuer Boden verlegt, neue Regale aufgebaut, alte gestrichen, umgeräumt und noch vieles mehr.
Am 4. Oktober war es dann endlich soweit – die Bücherei konnte wiedereröffnet werden. Die hohe Besucherzahl am ersten Tag hat uns wieder einmal gezeigt, wie wichtig die Bücherei für Inzing ist. Alle freuten sich, dass sie wieder Bücher, Spiele, Hörbücher und DVDs ausleihen können.
Der derzeitige Medienbestand beläuft sich auf ca. 5.230 Medien. Obwohl die Bücherei zwei Monate geschlossen war, wurden heuer bereits über 6.000 Medien entliehen. Dadurch erkennt man, dass der Trend von E-Book und Co das Interesse an der Bücherei nicht mindert. Jedes Jahr steigt die Anzahl der Entlehnungen. Ein Blick in die Statistik zeigt es deutlich auf: 892 Entlehnungen im Jahr 2009 stehen 8.800 im Jahr 2018 gegenüber. Dies zeigt uns, dass wir durch unser vielseitiges Angebot und den Austausch mit unseren Lesern über ihre Wünsche auf dem richtigen Weg sind. Das freut uns natürlich sehr, da wir viel Freizeit und Engagement in die Bücherei investieren.

Wir bedanken uns bei der Gemeinde Inzing, der Pfarre und allen, die uns bei den Umbau- und Renovierungsarbeiten unterstützt haben und freuen uns auf die weitere gute Zusammenarbeit.
Ein Beitrag zum Umweltschutz: Wir haben beschlossen, ab sofort auf das Einfolieren der Medien zu verzichten. Dadurch wird bei einem jährlichen Medienzugang von 350 Stück aufwärts sehr viel Plastik eingespart.
Wer sich gerne weiter über die Bücherei informieren möchte, kann dies entweder auf unserer Homepage www.liest.at machen oder direkt in die Bücherei kommen.

Bericht veröffentlicht in “Inzing informiert”, Ausgabe 11/2019

In Inzing wird viel gelesen

In Inzing wird viel gelesen. Im Jahr 2019 wurden insgesamt 7.854 Medien entliehen. Die aktivste Gruppe waren unsere jungen Leserinnen und Leser. In den Sommerferien war die Bücherei wegen umfangreicher Umbauarbeiten geschlossen, was sich in der unten stehenden Grafik deutlich ausdrückt. Die Steigerung der Entlehnungen setzt sich seit 2009, als die Zahl bei 892 lag, damit ungebrochen fort.

Monatliche Entlehnungen im Jahr 2019. In den Sommerferien war die Bücherei wegen Umbauarbeiten geschlossen.

Im vergangenen Jahr 2019 konnten wir unseren Bestand um 301 Medien erweitern. Damit finden unsere BenutzerInnen bei uns mit insgesamt 5.262 Medien eine große Auswahl. Sie reicht von Kinder- und Jugendbüchern über Dichtung, DVDs, Sachbücher bis zu Spielen.
Wir freuen uns über den großen Zuspruch und bedanken uns für die rege Nutzung unseres Angebots.

Übersicht über die Medienauswahl.

Lesung mit Judith W. Taschler am 18.01.2019 im 10er-Haus

Auf Einladung der Bücherei Inzing las die in Innsbruck lebende Autorin aus ihrem neuen Buch “David”.

„Fremd wäre sie überall, da konnte sie es auch hier sein“, heißt es in Taschlers virtuos verschachteltem Roman, den man ungern wieder aus der Hand legt. Zum einen treibt den Leser die Neugierde an: Welche Geheimnisse stecken hinter den verwitterten Bruchstücken des vermeintlichen Für-immer-Schwurs? Ist es tatsächlich nur ein Zufall, dass Jans Adoptivmutter just dort starb, wo Magdalena einst tiefglücklich und todtraurig war? Und was hat es mit den Bindungsängsten der beiden Protagonisten auf sich? Das Verschlingen von Taschlers fünftem Roman hat aber auch praktische Gründe: Wer das Beziehungspuzzle nicht in einem Zug durchliest, der läuft Gefahr, den geschickt verdrehten Erzählfaden zu verlieren. Taschler, die wie ihr Romanheld Jan selbst bei Adoptiveltern aufwuchs, drängt ihre Leser sanft in die Rolle des Detektivs, der zwischendurch auch einmal zurückblättern muss, um das von Perspektivenwechseln und Zeitsprüngen durchzogene Geflecht in allen Details zu durchschauen. Man tut es mit Genuss, weil Taschler greifbare Figuren zeichnet, die lebendige Bilder im Kopf entstehen lassen.
Quelle: Tiroler Tageszeitung